"Heilig" heißen im Neuen Testament alle Glieder der Gemeinde, die - von Christus erlöst – durch den Heiligen Geist gestärkt in Christus leben.

Darüber hinaus ist auch von der Gemeinschaft derer die Rede, die in der Theologie die "Vor-Erlösten" genannt werden. Sie befinden sich in einem Zwischenzustand, d.h. sie sind bereits verstorben, stehen in unmittelbarer Nähe zu Jesus Christus und sind dazu bestimmt, am Ende der Tage den Siegeszug Gottes als "triumphierende Gemeinde" zu begleiten.

Von diesen "Heiligen" im engeren Sinne wird im Hebräerbrief 12,1 gesagt, daß sie die in dieser Welt lebenden Christen "wie eine Wolke umgeben" und sie "anspornen", d.h. ihnen beistehen.

Als Christen glauben wir, daß zwischen der Gemeinde der in dieser Welt lebenden Christen und den "Vor-Erlösten" in Christus eine Liebesgemeinschaft besteht, die sich vor allem im Gebet und in der gegenseitigen Fürbitte manifestiert.

Die altkatholischen Theologen haben darum die Verehrung der Heiligen bejaht, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, daß nur Gott es ist, der Fürbitten erhört und den Bittenden hilft.

Für Altkatholiken gilt, das Beispiel der Heiligen im eigenen Leben konkret umzusetzen. Das bedeutet, dem Anruf Gottes gegenüber offen zu sein, sein Wort zu hören und zu versuchen, unser Leben danach auszurichten.

In der Altkatholischen Kirche gibt es keine Verpflichtung zur Verehrung der Heiligen, d.h. sie ist dem einzelnen freigestellt. In jeder Feier des Heiligen Amtes gedenken wir Mariens als der Mutter des Herrn und der Heiligen.

Die Heiligen sollen jedoch nicht als private "Nothelfer" angerufen werden. Auch sollen ihnen für "ihre" Hilfe keine Geschenke – etwa Votivgaben – dargebracht werden, weil es ja Gott ist, der hilft. Schon gar nicht können ihre "überfließenden Verdienste" aus die Gläubigen übertragen werden (wie beim Ablaß). Es gibt in unserer Kirche daher auch keine Reliquienverehrung und keine "Heiligsprechung".

Maria, die Mutter des Herrn

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es: Jesus wurde "empfangen vom Heiligen Geist, geboren aus Maria, der Jungfrau". Dabei steht kein biologisches Wunder im Vordergrund, sondern das Glaubensgeheimnis: In Jesus Christus wird Gott Mensch – also einer von uns.

Mit dem Ausdruck "empfangen durch den Heiligen Geist" ist demnach gemeint: Gott allein ist der Handelnde bei der Menschwerdung Jesu. Durch seinen Geist schafft er in Maria das Heilige, das "Sohn Gottes genannt werden soll" (vgl. Lk. 1,35)

Mit dem "geboren aus Maria, der Jungfrau" soll festgehalten werden, daß Gottes ewiger Sohn als Mensch von einer menschlichen Mutter geboren wurde. Daß Maria den Gottessohn als Jungfrau empfängt, besagt, daß auch von seiten der Mutter jede selbsttätige, menschliche Mitwirkung ausgeschlossen war.

Daraus ergibt sich:

  • Für die Verehrung Mariens gilt, was auch für die Verehrung aller anderen Heiligen gilt.
  • Die Altkatholiken glauben nicht an eine Sündenlosigkeit Mariens bzw. an eine "unbefleckte Empfängnis" Mariens. Das Fest "Mariä Empfängnis" wird in der Altkatholischen Kirche nicht gefeiert.
  • Die Altkatholiken glauben nicht an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Am 15. August feiern wir daher nicht die "Himmelfahrt Mariens", sondern "Maria Heimgang", d.h. ihren Todestag.

 

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