Die Presbyteriatsweihe (Priester-weihe), die nur in ihrer Einheit mit der Bischofs- und Diakonatsweihe zu verstehen ist,
ist das Sakrament der Bevollmächtigung zu Wortverkündi-gung und Sakramentsspendung.
Sie nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als sie die Voraussetzung zu deren gültigen und wirksamen Spendung ist.

Der tragende Grund der Priesterweihe liegt im umfassenden Sendungsauftrag,
den der auferstandene Herr seinen Jüngern übertragen hat
und zu dessen Erfüllung er sie durch Hauchung des Hl. Geistes mit der "Amtsgnade" ausgerüstet hat (Jo. 20,21ff)

Der Hl. Geist, der nach dem Zeugnis der Hl. Schrift allen Gliedern der Gemeinde gegeben wird,
hat in der Urgemeinde außer dem Apostelamt noch andere,
"freie" Ämter und Dienste geschaffen, so die der Propheten, Lehrer, Evangelisten, Hirten
und die charismatischen Dienste.
Anderseits wird aber auch bezeugt, dass die Apostel die ihnen durch den Hl. Geist übertragene Sendung
und Bevollmächtigung an andere durch Handauflegung weitergegeben haben (Apg 6,6, 1.Tim 4,14, 2.Tim.1,6, Titus 1,5).

Das äußere Zeichen der sakramentalen Handlung ist die Handauflegung.
Diese ist verbunden mit dem Gebet um den Hl. Geist und um die Fülle seiner Gaben.
Spender ist der Bischof in Verbindung mit dem Presbyteriat.
 

Das Heilsgeschehen, das mit der sakramentalen Handlung verbunden ist,
besteht in der Verleihung der priesterlichen Amtsvollmacht.
Die Wirkung ist eine dreifache: Durch sie wird der Empfänger der Gemeinde gegenübergestellt nicht übergeordnet,
wohl aber vorgeordnet.
Durch sie wird sodann das dreifache Amt,
das Christus den Aposteln übergeben hat, das prophetische, priesterliche und königliche Amt in den Priestern dargestellt und vergegenwärtigt.

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